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Gilt die gesetzliche Unfallversicherung auch für Selbständige?

Arbeitnehmer sind in Deutschland während der Arbeitszeit, auf Dienstreisen und auf den Wegen zu Ihrem Arbeitsplatz automatisch gesetzlich unfallversichert. Diese Versicherung  tragen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften. Über diese regen sich viele Unternehmer gerne auf, wenn es an das Bezahlen der Beiträge für die Mitarbeiter geht. Aber was ist mit dem Unternehmer selber? Ist der auch dort gesetzlich unfallversichert? Pflichtversichert, wie es so schön heißt? Klare Antwort: Nein! (bis auf wenige Ausnahmen).

Die damit verbundene Sorglosigkeit vieler Kollegen erschreckt mich im Gespräch immer wieder. Und gutgemeinter Rat, wie hier in diesem Artikel, wird immer wieder mit einem süffisanten Lächeln abgewehrt, frei nach dem Motto: „Ich habe doch sowas nicht nötig und besitze eine private Unfallversicherung“. Dabei schnürt die gesetzliche Unfallversicherung ein Paket für Selbständige, das jede private Unfall-und Berufsunfähigkeitsversicherung vor Neid erblassen lässt. Sowohl bei der Leistung, wie auch beim Beitrag. Das ist alles kein Geheimwissen und am Schluss des Artikels sage ich Euch noch, wo Ihr Euch versichert. Das wichtigste dabei ist, es einfach zu tun!

Was leisten Berufsgenossenschaften?

Aber mal von vorne. Was ist und was leistet die Berufsgenossenschaft? Im Detail kann man das auf der Seite der DGUV nachlesen, dem Dachverband der deutschen Unfallkassen. Kurz und knapp übernimmt eine BG alle Kosten für die Behandlung und Rehabilitation von Arbeitnehmern, die durch einen Arbeitsunfall, Wegeunfall oder eine Berufskrankheit zu Schaden gekommen sind. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Krankenkassen steht hier die optimale medizinische Versorgung und Rehabilitation an erster Stelle, damit diese möglichst schnell wieder zurück an die Arbeit können. Während dieser Zeit erhält man das sogenannte „Verletztengeld“, was in etwas dem Krankengeld entspricht. Die Behandlung ist bevorzugt, Therapien, Medikamente und Hilfsmittel werden deutlich großzügiger genehmigt als bei den gesetzlichen Krankenkassen. Wenn der Schaden dauerhaft ist, zahlt die BG eine Unfallrente in Form der sogenannten Erwerbsminderungsrente. Diese hat übrigens rein gar nichts mit der Erwerbsunfähigkeitsrente der DRV zu tun. Dazu wird in einem recht langwierigen Verfahren begutachtet, um wie viele Prozente der Verunfallte in seinem Erwerb eingeschränkt ist. Denn dafür steht ihm per Gesetz ein Ausgleich zu. Und auch hier wird nichts dem Zufall überlassen: Ist der Unterschenkel ab und kann nicht durch eine Prothese ersetzt werden, gibt es zum Beispiel 40 %. Kommen schwere Depressionen dazu gibt es nochmal 10 bis 20 % obendrauf, da sich verschiedene Unfallfolgen addieren können. Dafür gibt es Tabellen. Das bedeutet, dass man dauerhaft 40 % seines letzten Nettolohns erhält, wenn es beim fehlenden Bein bleibt. Stirbt das Unfallopfer, gibt es eine Rente für Hinterbliebene, die Waisenrente.

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